Pleuraerguss

Thoraxchirurgie

Leiter:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Horia Sirbu

Was ist ein Pleuraerguss?

Die Lunge und die Innenseite der Brustwand werden jeweils von einer feinen Haut, der sogenannten Pleura, überzogen. Im Normalfall befindet sich zwischen den beiden Blättern der Pleura eine geringe Menge an eiweißhaltiger Flüssigkeit, um die Gleitbewegungen der Lunge beim Ein- und Ausatmen zu unterstützen.
Bei einem Pleuraerguss ist das Flüssigkeitsvolumen deutlich erhöht und es bilden sich Ansammlungen der Flüssigkeit in der Brusthöhle, die häufig zu Atembeschwerden führen. Abhängig von den Eigenschaften der angesammelten Flüssigkeit lassen sich verschiedene Arten des Pleuraergusses unterscheiden:

Serothorax: Ein klares, gelbliches Sekret weist meist auf eine Herzschwäche, eine Entzündungen oder einen bösartigen Tumor hin.

Pyothorax: Ein eitriger Erguss entsteht häufig durch eine von Bakterien ausgelöste Lungenentzündung.

Hämatothorax: Eine Ansammlung von Blut im Pleuraraum ist häufig die Folge einer Verletzung, kann in seltenen Fällen aber auch durch Tumorwachstum hervorgerufen werden.

Chylothorax: Ein milchig-trübes Sekret weist auf den Austritt von Lymphflüssigkeit in den Pleuraraum hin und wird durch Lymphabflussstörungen (z.B. bei Lymphknotenerkrankungen) verursacht.

Was sind die Symptome eines Pleuraergusses?

Ein Pleuraerguss führt, unabhängig von den Symptomen der auslösenden Erkrankung, ab einer gewissen Größe zu Atemnot, die sich in schneller und flacher Atmung äußert. In extremen Fällen weist eine Blauverfärbung der Lippen auf einen Sauerstoffmangel hin.

Wie wird ein Pleuraergusses diagnostiziert?

Besteht der Verdacht auf einen Pleuraerguss, so erfolgt zunächst eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt die Brustkorboberfläche abklopft und den Brustkorb sowie die Atemwege abhört. Hinweise auf einen Pleuraerguss wären ein gedämpfter Klopfschall und verminderte Atemgeräusche. Die Festigung der Diagnose erfolgt anschließend durch eine Ultraschalluntersuchung, bzw. einer Röntgen- oder CT-Aufnahme.
Ist die Ursache des Pleuraergusses unklar, so wird eine sonographiegestützte Pleurapunktion mittels einer feinen Injektionsnadel zur laborchemischen Untersuchung der Flüssigkeit, oder sogar eine Thorakoskopie erforderlich.

Wie wird ein Pleuraergusses entsprechend seiner Ursache therapiert?

Prinzipiell richtet sich die Therapie des Pleuraergusses nach der eigentlichen Grunderkrankung, deren Ursache ermittelt und beseitigt werden sollte.
Bei starken Atembeschwerden kann der Pleuraerguss durch eine therapeutische Pleurapunktion abgelassen und so dem Patienten die Atmung erleichtert werden. Im Fall einer bakteriellen Infektion und wenn sich ein Pleuraerguss nicht zurückbildet ist der operative Einsatz einer Thoraxdrainage, ein Schlauch über den die Pleuraflüssigkeit stetig abgesaugt wird, sinnvoll. Auf diese Weise können auch Spülbehandlungen des Brustkorbs vorgenommen werden.
Bei unbehandelbaren Grunderkrankungen kann durch einen thorakoskopischen Eingriff, bzw. durch eine einliegende Thoraxdrainage mittels eines sterilen Puders eine kontrollierte Entzündung induziert werden, die zum Verkleben beider Pleurablätter führt und die Weitung der Lunge gewährleistet.
In Extremfällen mit starken Vereiterungen und Verwachsungen zwischen den Pleurablättern wird eine therapeutische Thorakoskopie notwendig, um die volle Entfaltung der Lunge wieder herzustellen.